Heimatmuseum Lette in neuem Glanz

Heimatmuseum Lette in neuem Glanz

„Museumsgruppe“ des Heimatvereins Lette hat viel geleistet / Früchte der Arbeit können jetzt geerntet werden

In komplett neuem Glanz präsentiert sich in Kürze das Heimatmuseum Lette. Am Sonntag (13.09.26) findet die offizielle Einweihung mit geladenen Gästen statt, eine Woche später (20.09.26) kann sich die Öffentlichkeit ein Bild von dem neuen Museum machen. Dass das neue Konzept so erfolgreich umgesetzt werden konnte, ist ganz wesentlich der „Museumsgruppe“ des Heimat- und Verkehrsvereins Lette zu verdanken.

Die Mitglieder der „Museumsgruppe“ haben damit ein wichtiges Etappenziel erreicht. Seit über zwei Jahren sind sie mit viel ehrenamtlichem Engagement und ebenso viel Begeisterung dabei, den Weg zum neuen Museum bestmöglich zu gestalten. Mit dabei waren Birgit Redweik als Sprecherin der Gruppe, außerdem Martha Elsbecker, Heinz-Herbert Gausepohl, Jürgen Kelliger, Dr. Heiner Kleinschneider, Martin Potthoff, der zugleich die Aufgabe als Archivar von Heinz Börger übernommen hat, Gertrud Quiel und Gerold Wilken.

Zunächst ging es um eine auf den ersten Blick recht simple, aber bei näherem Hinsehen doch entscheidende Frage: Wollen wir die alte Sammlung von Exponaten weiterführen oder wollen wir ein Heimatmuseum, das heutigen musealen Standards entspricht und moderne Präsentationstechnik mit zeitgemäßen digitalen Angeboten verbindet? Die Antwort war schnell klar: Ein grundlegend neues Konzept sollte es sein, das dem Museum auch längerfristig Attraktivität und Anziehungskraft verleiht. Zur Erarbeitung dieses Konzeptes konnten die Museums-Expertinnen Dr. Anna Lammers aus Münster und Rebecca Schmücker aus Düsseldorf gewonnen werden, die sich im Rahmen einer Ausschreibung durchsetzen konnten.

Dann ging es an die Umsetzung, verbunden mit zahlreichen Kontakten und Fachgesprächen, all dies in regem Austausch untereinander und mit den Expertinnen. Jedes noch so kleine Detail galt es zu klären, wenn nötig auch in mühevoller Kleinarbeit. All diese Mühen haben sich eindeutig gelohnt, so der einhellige Eindruck: Das neue Museum dürfte sich zu einem Glanzstück in der Museumslandschaft der Region entwickeln. Alte und neue Exponate wurden geschickt kombiniert, ein fünfsprachiger Audio-Guide macht das Ganze auch für internationale Gäste unmittelbar erlebbar, die komplette geschichtliche Entwicklung kann, in der Frühzeit beginnend, entlang eines Zeitstrahls digital nachempfunden werden, sozusagen „Geschichte zum Anfassen“, wie Birgit Redweik es ausdrückt. Und das für alle Generationen. Für Kinder beispielsweise haben sich die Museums-Macherinnen einen besonderen Clou ausgedacht: Eine spannende Letter-Entdecker-Tour mit speziellen Aufgaben zu ausgewählten Themen, die zum Mitmachen locken.

Auch weitere ungewöhnliche und besondere Akzente fallen ins Auge, so die Themen „Umsiedlung und Vertreibung“ am konkreten Beispiel der Letter Familie Brinkschulte, eine Glocke als Sinnbild für die Bedeutung des kirchlichen Lebens, oder auch ein von der Letter Familie Vennebörger gerettetes altes Missionskreuz aus der ehemaligen Kirche, im Volksmund „Piepenprüörker“ genannt. Dass bei alldem auch

der direkte Bezug zur heimischen Mundart gewahrt wird, zeigt sich etwa daran, dass der Audio Guide auch Plattdeutsch beherrscht: Christel Gausepohl hat die plattdeutsche Version eingesprochen.

„Es war ein durchaus anstrengender Weg, den wir in den letzten zwei Jahren gegangen sind“, so Birgit Redweik. „Dabei ist uns zugutegekommen, dass jeder seine individuellen Stärken eingebracht hat, z. B. Fachwissen zur Digitalisierung, zur Frühgeschichte, zu Recherchepraktiken, zur Heimatgeschichte oder zu Landwirtschaft und Handwerk.“ Die Zusammenarbeit sei an jeder Stelle hervorragend gewesen, vertrauensvoll und menschlich angenehm.

Der Museumsgruppe ist es ein besonderes Anliegen, auch denjenigen zu danken, die die notwendigen Finanzmittel bereitgestellt haben: Die Bürgerstiftung Coesfeld hatte bereits im Vorfeld unterstützend mitgewirkt, und ohne eine Spende der Ernsting-Stiftung sowie ohne Förderung des Landes NRW aus dem Förderprogramm Heimat-Zeugnis wäre die Neukonzeption nicht möglich gewesen.

In der Anfangsphase wird das Heimatmuseum im Heimathaus Lette, Bahnhofsallee 10, jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet sein. Termine für Führungen können gesondert vereinbart werden (info@heimatverein-lette.de). Die Eintrittspreise sollen in der Startphase (noch) nicht fest vorgegeben werden, sondern zunächst auf Spendenbasis beruhen.

Die „Museumsgruppe“ des Heimat- und Verkehrsvereins Lette hat das neue Heimatmuseum Lette entscheidend auf den Weg gebracht. Auf dem Foto von links Heinz-Herbert Gausepohl, Dr. Heiner Kleinschneider, Martin Potthoff, Birgit Redweik, Jürgen Kelliger, Martha Elsbecker und Gertrud Quiel. Nicht auf dem Foto ist Gerold Wilken.

Foto: Heimat- und Verkehrsverein Lette e. V.